Beim einstigen Rivalen TSG Dissen blieb die Überraschung aus - GMHütte siegte überlegen mit 4:1 (2:0) auf der geräumigen, wenn auch in holprigen Zustand befindlichen Anlage der heimischen TSG. Durch die anhaltenden Patzer der Konkurrenz steht die Viktoria unmittelbar vorm Erreichen der frühzeitigen Meisterschaft der Kreisliga Süd.
Wer noch ein Beweis der Qualität der Kicker vom Rehlberg benötigte, konnte sich bei frischem Frühlingswetter davon in Dissen überzeugen. Weitgehend sicher in der Deckung, zupackend im Mittelfeld
und letztlich kompromißlos beim Verwandeln der sich bietenden Gelegenheiten - so spielt ein Spitzenreiter. Der erste ernste Angriff führte zum 1:0. Marco Paschke nahm ein Anspiel auf
und schlug in seiner wuchtigen Art einen tollen Flugball auf den verwaisten Gausmann, der diesmal im Angriff agierte. Mit links schob er den Ball am Torwart vorbei und rechtfertigte
diese Aufstellungsvariante. Nur eine Minute späte durfte P. Schüttpelz Kopf und Kragen riskieren, als sich die TSG die einzige Möglichkeit der ersten Hälfte mit einer scharfen
Hereingabe erspielte. Fortan diktierte der Tabellenführer das Geschehen und hätte schon früher als durch Mehmet Kodes das 2:0 erzielen können. Helmut Lindemann
leitete mit forschem Einsatz das Tor ein, als er einen Angriff stoppte und den Ball zum Torwart spitzelte. P. Schüttpelz leitete schnell auf Baumann, der den durchstartenden
Gausmann fand. Die passende Hereingabe verwandelte Kodes sicher.
Im Halbzeit-Talk wurde besprochen, dass der Gegner sicher energisch und wütend die zweite Hälfte angehen wird. Konzentriertes Vorgehen war also geboten. Allerdings entpuppte sich diese Vermutung als
zu hoch gegriffen. Zwar bemühte sich die TSG, den grauen Rivalen in Bedrängnis zu bringen. Es blieb aber bei relativ harmlosen Angriffen, die ihre Ursache zumeist im laschen Eingreifen im Mittelfeld
der Viktoria hatten. Desweiteren überbot sich die Abteilung Attacke beim Tabellenführer wie so oft im Auslassen von guten Gelegenheiten.
So dauerte es bis zur Einwechselung von Ente Mengeler, der aufgrund von Verletzungsproblemen geschont wurde, bis es wieder klingelte. Eine Flanke köpfte er erst auf den Torwart, und
anschließend drückte er willensstark den Ball über die Linie. Doch auch heute sollte die Viktoria nicht ohne Gegentreffer bleiben. Aus Mangel an Entschlossenheit der Defensive um Kapitän
Schüttpelz konnte der bemühte TSG-Mittelfeldstratege den Ball aus 12m diagonal ins lange Eck schieben. Dieser Treffer wurmte sehr und trieb den technisch veranlagten
Gelwer zu einem sehenswerten Treffer. Nach feinem Zuspiel tauchte er vorm TSG-Tor frei auf. Er beendete diese Aktion mit einem eleganten Lupfer zum 4:1. Dass durchaus mehr Tore
möglich gewesen wären, ist mittlerweile schon charakterisierend für die Viktoria und sollte nicht weiter an Beachtung gewinnen.
Somit kommt es am Donnerstag abend im GMHütter Ortsteil Oesede zum Showdown -bei einem Sieg der Viktoria können endlich die Sektkorken knallen nach einer nicht immer leichten Saison. Es ist
sonnenklar, dass das Team vom sympathischen Spielertrainer Fernando Caeiro dieses Vorhaben auf heimischen Boden unter allen Umständen verhindern will, aber darin liegt der Reiz dieses
Uralt-Stadtderbys. Wir werden sehen, wer um 21:15h das bessere Ende für sich haben wird - bis dann...
- Andreas Schüttpelz -





