Do

23

Apr

2009

Im Gespräch mit Michael Wirtz

Schon nach 80% der Saison hat die Viktoria ihr Saisonziel erreicht.

Mit deutlichem Vorsprung – von Fotofinish kann wahrlich keine Rede sein – überquerte man Gründonnerstag bereits die Ziellinie. Da somit die ganz große Spannung ein wenig abfällt, möchten wir von der Redaktion mit aktuellen Interviews bis zum Saisonende unterhalten.

Den Anfang macht natürlich Trainer Michael Wirtz. Sichtlich erleichtert genoß er die anschließende Meisterfeier auf dem Rehlberg. Nachdem die Strapazen der Nacht überstanden waren, stand er Rede und Antwort:

Viktoria08: Hallo Michael, Hand auf’s Herz – wie fühlt man sich endlich als Meister-Trainer?

Michael Wirtz (M.W.): Ich bin ein bisschen größer geworden!

Viktoria08: Kapitän Andreas Schüttpelz unkte bereits im goldenen Oktober nach Siegen gegen Dissen, Riemsloh und Westerwiede, man könne bereits zu Ostern Meister sein. Wann hast Du für Dich gewußt, dass der Titel nicht mehr vermeidbar war?

M.W.: Nach dem Dissener Spiel. Ich bin halt von Natur aus sehr vorsichtig.

Viktoria08: Obwohl es ja noch um 15 Kreisligapunkte geht, darf man ruhig schon mal Bilanz ziehen. Welche Spieler haben für Dich das Prädikat „Leistungsträger“ verdient? Wer ist die Überraschung der Saison?

M.W.: Vor der Saison habe ich die älteren Spieler als Leistungstrainer gesehen, und das hat sich auch bestätigt. Überaschungsspieler!? Bei solch einer Saison sind alle 18 Spieler eine Überraschung gewesen!

Viktoria08: Was war für Dich das bisher schönste Erlebnis der Saison?

M.W.: Es gab die ganze Saison über schöne Erlebnisse. Für mich persönlich war es der Moment, als der Aufstieg feststand.

Viktoria08: Gab es auch Enttäuschungen? Wenn ja, welche?

M.W.: Auch in diesem Jahr gab es Wermutstropfen im Freudenbecher. Es gab Spieler, die die Mannschaft mitten in der Saison im Stich gelassen haben. Das ist für mich absolut unverständlich und enttäuschend.

Viktoria08: Du bist ja nun seit etwa 16 Monaten am Rehlberg als Chefcoach tätig. Was hat sich seither verändert?

M.W.: Da gibt es einiges zu nennen: das Gesicht der Mannschaft, der Vorstand, die Verpflegung nach den Spielen, unsere Fans, Lars‘Schuhe, die Biersorte, die Musik in der Kabine, Alex Rein als ein Spitzenbetreuer und, und, und…

Viktoria08:
In welchen Bereichen muß sich zukünftig noch was tun?

M.W.: Jeder im Verein sollte Verantwortung übernehmen. Darunter verstehe ich auch, dass die Spieler mit den Utensilien und Material, welches vom Verein zur Verfügung gestellt wird, sorgsam und gewissenhaft umgehen. In einer Zeit, in der das Geld nicht so locker sitzt, muß man sich gegenseitig unterstützen. Aktive und passive Mitglieder sollten daher noch mehr in dieser schwierigen Zeit zusammen rücken und mit anpacken.

Viktoria08: In Deinen vorherigen Stationen beim TuS Haste oder auch in Rieste hast Du auch sehr spielstarke Teams betreut. Woran lag es, daß es dort nie zu einem Titel gereicht hat?

M.W.: Es waren immer bessere Mannschaften als wir dabei, deshalb sind wir nicht aufgestiegen!

Viktoria08: Kann man daraus im Umkehrschluß die Qualitäten Deiner jetzigen Mannschaft bei GMHütte ablesen?

M.W.: Jede Mannschaft und jeder Spieler hat seine Qualitäten. In dieser Saison hat einfach alles gestimmt.

Viktoria08: Selten hat man so viel Zeit, sich auf die neue Saison vorzubereiten. Wie wir wissen, steht der Kader für die neue Saison bereits. Was wird nun in den nächsten Monaten passieren?

M.W.: Wir werden zunächst den Rest der Saison genießen! Dann haben wir uns natürlich neue Ziele gesetzt, dass heißt,  kein Spiel in der Saison zu verlieren.

Viktoria08: Du warst ja auch Gast beim Stadtgipfel SV 16 gegen Dodesheide. Welchen Eindruck hast Du dort von Deinen zukünftigen Gegnern gewonnen?

M.W.: Ich sah zwei Mannschaften die bis zum Schluß um den Aufstieg spielen. Dodesheide ist für mich der Favorit und  mit sehr guten Einzelspielern bestückt. Beide werden gute und starke Aufsteiger sein.

Viktoria08: Wie schätzt Du die Qualität in der Bezirksliga ein? In welchen Bereichen muß Dein Team zulegen, um dort eine gute Rolle zu spielen?

M.W.: Die Bezirksliga ist in den letzten Jahren mit den Aufsteigern stärker geworden. Im konditionellen Bereich, beim Zweikampfverhalten und beim Umsetzen des schnelleren Spiels müssen wir sehr dran arbeiten, um auch im Bezirk eine gute Rolle spielen zu können. Das Zeug dazu hat die Truppe auf jeden Fall.

Michael, vielen Dank für das sehr interessante Gespräch. Ich wünsche Dir und Deinem Team weiterhin viel Erfolg und Gesundheit bei den letzten Auftritten dieser Saison!

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