Mo

04

Mai

2009

Kampfstärke reicht gegen blassen Meister

Mit einer ausgesprochen farblosen Leistung ereilte die Viktoria die gerechte
Strafe im 28. Spiel beim TuS Glane. Am Ende siegten die Hausherren mit 2:1
(0:1), weil sie das kampfstärkere Team stellten. Das größere spielerische
Vermögen der Viktoria blieb offenbar irgendwo auf der Anreise auf dem
Dörenberg zurück...

Bereits im Vorfeld wurde diskutiert, dass einzig das Spiel in Glane Gefahr für die weiße Weste der Viktoria darstellen könnte. Der schlechte Untergrund, ein kleines Spielareal sowie ein motivierter Gegner bergen durchaus Stolpergefahr für einen leichtsinnigen Meister. Die Personaldecke auf der Torwartposition war für dieses Duell ebenfalls ein wenig ausgedünnt. P. Schüttpelz brauchte mal eine mentale Entspannungspause und Reservekeeper Leo
Rein
erholt sich momentan von einer Armverletzung. So musste Andreas Hehemann als Ersatz einspringen und er machte seine Sache ausgezeichnet. Bereits in der Anfangsphase merkte man dem Titelträger an, dass man heute nicht willens ist, mit allen Mitteln die Serie zu verteidigen. Schwache Zweikampfbereitschaft sowie ungenaues Passspiel und schnell verlorene Bälle brachten die Glaner zu Möglichkeiten. So durfte A. Hehemann im Tor einen
tollen Freistoß entschärfen. Auf der anderen Seite wurde Alarslan prächtig freigespielt, aber sein Lupfer wurde noch mal von der Linie gekratzt. Als Oldie Führing für Alarslan ins Spiel kam, gelang die Führung. Einen Schüttpelz Freistoß legte er perfekt in den Lauf von A. Engel, der absolut cool vollendete. Mit dieser schmeichelhaften Führung ging man in die Kabine.
Weitere warnende Worte vom Michael Wirtz wurden offenbar nicht für voll genommen. In weiterer Lethargie wartete man ab, bis die Glaner ihre mangelhafte Präzision verbessern konnten. Einen Kopfball entschärfte Hehemann erneut prächtig, bevor er dann doch geschlagen wurde. Eine Rechtsflanke ließ Alex Engel, bis dahin bester Hütter Akteur, beim Klärungsversuch vom Fuß springen, so dass der Abpraller ein gefundenes Fressen zum Ausgleich wurde. Jetzt brannte es mehrfach lichterloh, da das Mittelfeld seine Arbeit auf
allen Positionen einstellte und der einsetzende Wind die Hausherren unterstützte. Hehemann rettete mehrmals mit Bravour, so dass der Ausgleich lange Bestand hatte. Ein eigentlich harmloser Freistoß hoch in den Strafraum konnte weder von Marquardt als auch von A. Schüttpelz erreicht werden. Stattdessen verlängerte ein Glaner den Ball mit dem Hinterkopf in das äußere Toreck zum 2:1. Die nun einsetzenden Angriffsbemühungen brachten lediglich
zwei Lattentreffer sowie in der Schlußminute ein Schuss des Ex-Glaners A. Schüttpelz hervor, der leider das Tor und die einschußbereiten Hütter Beine verfehlte.

So muss man am Ende damit leben, diese Saison doch nicht ungeschlagen zu beenden. Ärgerlich ist die Tatsache, dass Glane den Meister nicht in Grund und Boden spielte, sondern einzig mit Laufbereitschaft und Willen das Spiel steuerte. Die Art dieses Fußballs in Glane ist als Vorbote der Fußballkunst im nächsten Jahr zu werten, denn in der Bezirksliga warten diverse Teams, die eher mit Kraft, denn mit Kunst versuchen werden, den Gegner in die Knie zu zwingen. Mäßige Platzverhältnisse begünstigen dann solche Bemühungen. Somit
hat dieses Duell dann etwas Lehrreiches und zeigt, dass die Unbesiegbaren ihren Titel nur dann verdienen, wenn man bereit ist, dafür einiges zu investieren, und das beginnt mit Zweikampfstärke, Laufbereitschaft und erst dann mit schönen Dribblings. Am nächsten Wochenende gibt es Gelegenheit, gegen Westerwiede diese Tugenden zu präsentieren. Bis dann...


- Andreas Schüttpelz -

Kommentar schreiben

Kommentare: 1

  • #1

    Manuel Peters (Dienstag, 05 Mai 2009 09:44)

    Sehr guter Beitrag, stimme dem ganzen zu. Löblich das auch eine verlierende Top-Mannschaft mal selbstkritisch sein kann.
    Trozdem Glückwunsch zum Aufstieg

  • loading