Di
04
Aug
2009
Rene Brüning-Wolter im Gespräch
Viktoria08: Hallo Rene! Gut aus der Vorbereitung gekommen?
Rene Brüning-Wolter: Ja, das kann man wohl sagen. Die ersten Wochen waren sicherlich sehr hart, aber dank Medizinbällen und unserem Interimscoach sind wir sicherlich alle topfit. Und
der Spaß war ja auch immer dabei.
Viktoria08: Du bist einer der jungen Wilden bei uns. Wie ist das für Euch ehemaligen Jugendliche eigentlich mit der Sommerpause? Es ist ein bißchen kurz, oder?
Rene Brüning-Wolter: Da ich ja im letzten Saisonspiel nicht mit von der Partie war, war die Pause schon ausreichend. Außerdem stecken wir Jüngeren solche Belastungen ein wenig besser
weg und sind "heiß" auf die erste Herrensaison!
Viktoria08: Welchen Eindruck hast Du inzwischen vom Herrenfußball gewonnen?
Rene Brüning-Wolter: Im Herrenfußball geht es mehr zur Sache. Der Einsatz ist höher und es wird körperbetonter gespielt. Auch wird in einigen Situationen ruhiger und abgeklärter
gespielt als im Jugendfußball. Da müssen wir Jungen sicherlich noch dazulernen.
Viktoria08: Du hast ja nun auch schon einige Klubs in Deiner Vita. Wo war es bisher am
schönsten (muß nicht nur sportlich sein)?
Rene Brüning-Wolter: Das ist eine schwere Frage. Es war überall schön. Aber hervorzuheben ist sicherlich meine Zeit bei Raspo, aus der ich immer noch viele Freunde habe. Aus
sportlicher Sicht war der Aufsteig in die B-Junioren Bundesliga mit dem VfL Osnabrück ein Highlight. Naja und die letzten beiden Jahre bleiben eh unvergesslich. Erst die Niedersachsenmeisterschaft
und dann der Klassenerhalt in der Regionalliga. Das war schon klasse, zumal wir eine tolle Mannschaft und super Trainer hatten.
Viktoria08: Was war eigentlich in Ahlerstedt los, die anderen Youngster berichten auch
immer gern davon...
Rene Brüning-Wolter: Ach ja in Ahlerstedt... Das ist schon fast Fußballgeschichte ;) Wie im Hinspiel drehten wir einen Zweitorerückstand in den letzten 10 Minuten zum Sieg. Das war
schon ein Traum und ein Grundstein zur damaligen Meisterschaft. Da könnte man noch Stunden erzählen von dem Wahrsager Frank Kortlücke, den einzigen beiden Saisontoren von Matze Gausmann, vom
Lidl-Parkplatz und und und...
Viktoria08: Du hast als sportliches Vorbild mal "Helmut Lindemann" genannt. Erzähl'
uns mehr dazu...
Rene Brüning-Wolter: Naja wenn man mit 41 !! Jahren noch so fit ist und mit allen jungen Spielern mithalten kann, dann muss man schon seinen Hut ziehen. Außerdem strahlt er Ruhe aus
und hat immer irgendeinen lockeren Spruch drauf.
Viktoria08: Als Verteidiger kommst Du ja eher selten in die Verlegenheit, Tore zu
schießen. Woher kommt es, dass Du dennoch beim Elfer-Schießen (Opfermann-Cup)
derart die Ruhe behältst?
Rene Brüning-Wolter: Vielleicht ja gerade deswegen. Als Verteidiger kommst du eben nicht so oft in den Genuss des Toreschiessens wie beispielsweise ein Stürmer. Da ist man beim
Elfmeter besonders konzentriert, auch wenn der Ball nicht immer im Netz zappelt.
Viktoria08: Du steckst ja nun in der kommenden Saison in einer Doppelbelastung, denn
im Frühjahr steht Dein Abitur an. Eine Doppelbelastung oder ist Fußball eher Ausgleich zum Stress?
Rene Brüning-Wolter: Fussball ist eher Ausgleich als Doppelbelastung. Klar ist es manchmal stressig aber wenn ich beim Kicken einfach mal alles für 2 Stunden vergessen kann, gehts
mir danach oft besser und ich bin ausgeglichener.
Viktoria08: Du bist ja in festen Händen. Wie man hört, hat Deine bessere Hälfte
einen großen Stellenwert in Deinem Leben... Wie schaffst Du es, dass bei Fußball, Schule und Freundin nichts zu kurz kommt?
Rene Brüning-Wolter: Das ist oftmals gar nicht so leicht. Ich glaube meine Freundin würde da so einiges zu dem Thema einfallen. Aber ohne ihre tolerante Art wäre das alles gar nicht
möglich. Von daher muss ich mich schon bei ihr bedanken, dass sie mich so lässt wie sie mich lässt.
Viktoria08: Nach dem ganzen Vorbereitungspspielen, wie bist Du persönlich mit dem
Verlauf dieser Phase zufrieden?
Rene Brüning-Wolter: Eigentlich bin ich gut zufrieden. Man merkt, dass wir eine Mannschaft sind und jeder für jeden kämpft. Trotzdem sollten wir die guten Testspielergebnisse nicht
überbewerten, denn gerade gegen Hollage 2 hat man gesehen, dass man auch ganz schnell auf die Nase fallen kann. Persönlich fühl ich mich fit und gut gerüstet für die Saison und ich freue mich, dass
ich sofort so gut vom Team aufgenommen wurde.
Viktoria08: Wie hast Du das Pokalspiel gegen Melle gesehen und erlebt?
Rene Brüning-Wolter: Es war einfach unglaublich diesen starken Gegner zu besiegen. Auch vor der tollen Kulisse. Der Sieg war Werbung in eigener Sache. Man hat gesehen, dass wir ein
Team sind. Dennoch sollten wir den Ball flach halten, denn der Pokal ist nur Zugabe. Nächste Woche wird es ernst, da wollen wir top vorbereitet in die Saison starten. Für mich persönlich war es
natürlich schade, dass ich zunächst auf der Bank saß, aber wir brauchen keine Einzelkämpfer, sondern müssen als Team arbeiten und da wird jeder seine Chance bekommen.
Viktoria08: Verbindet Dich etwas mit unserem ersten Gegner Gaste-Hasbergen und wenn
ja, was?
Rene Brüning-Wolter: Ich freue mich auf das Spiel und den Saisonstart. Zum Gegner kann ich nicht viel sagen, denke aber, dass uns ein hart umkämpftes Spiel erwartet. Ich hoffe, dass
möglichst viele Zuschauer kommen und ein gutes Spiel sehen werden.
Vitkoria08: Der Kader der Viktoria wird von Experten als sehr ausgeglichen beschrieben. Was hälst Du vom Prinzip Rotation, um alle Spieler bei Laune zu halten?
Rene Brüning-Wolter: Es ist natürlich super 21 Spieler auf so gutem Niveau in unseren Reihen zu haben. Auch wenn der eine oder andere mal nicht spielt, wird es genügend Einsätze für
jeden geben. Die Rotation wird da schon von alleine kommen. Da sollten wir uns jetzt noch keine Gedanken drüber machen wer wie oft spielt. Wichtig ist, dass denjenigen, die nicht von Anfang an
spielen, erklärt wird warum sie nicht in der Startelf stehen und das alle wissen das sie zur Mannschaft gehören und so die Mannschaft unterstützen können. Am Ende wird es einer der Knackpunkte
werden, ob sich alle Spieler voll in das Team integrieren und eigene Interessen hinten an stellen.
Viktoria08: Wir wünschen Dir auf jedem Fall alles Gute für Dein erstes Herrenjahr, das immer sehr prägend sein wird.
Das Interview führte Andreas Schüttpelz.





