Di

01

Sep

2009

Im Interview: Julian Hötzel

Ein weiterer ehemaliger Jugendspieler ist in dieser Woche im Fokus. Julian Hötzel hat sich mittlerweile als Sturmtalent einen Namen gemacht. Er traf sich vor dem Spiel gegen Kalkriese mit uns zum Gespräch.

 

Viktoria (V): Hallo Julian! Du bist auch ein Neuer aus der starken A-Jugend. Wie würdest Du Deine ersten Schritte im Herrenbereich bezeichnen?

 

 

Julian Hötzel (J.H.): Hi, ich hatte mir den Übergang von der A-Jugend in den Herrenbereich etwas leichter vorgstellt. Es geht robuster und vor allem taktischer zu.
Wo man in der Regionalliga meist nur den Weg nach vorne suchte, versucht man hier eher den Ball zu halten, um den richtigen Moment abzuwarten den
Ball in die Schnittstelle zu spielen, um dann ein Tor zu schießen.

Diese Variante erschien mir anfangs ein bisschen fremd und langsam. Aber ich muss mich wohl daran gewöhnen und viel Geduld im Spiel haben, dann wird das was. Ich meine, wie man sieht, funktioniert's ja... Trotz alle dem kann ich nur Positives von der neuen Mannschaft erzählen. Die Mischung aus jung und "nicht so jung" ist super. Wir haben immer viel Spaß vor, beim oder nach dem Training. Auch bei Auswärtsfahrten im Bulli gibt es immer was zu lachen.

 

V: Da Du im letzten Jahr auch schon in der Kreisliga aushelfen durftest - wie groß ist der Sprung von der Kreis- in die Bezirksliga?

 

J.H.: Die Kreisliga war ein sehr guter Einblick in den Herrenbereich. Auch wenn ich diese Liga nicht sonderlich stark finde, habe ich viele wichtige Sachen für das kommende Bezirksligajahr gelernt. Die Bezirgsliga jedoch ist ein ganz anderes Kaliber. Viel laufintensiver und härter, auch die Spieler sind um einiges stärker als die aus der Kreisliga. Es ist schon ein großer Unterschied.

 

V: Dein Potential hast Du in jedem Fall schon angedeutet: Tore gegen Melle im Pokal, gegen Holzhausen? Was können die Zuschauer in diesem Jahr von Dir erwarten?

 

J.H.: Ach, das kann man nie genau sagen. Aber ich werde versuchen auch wieder Kalkrise etc. zu netzen. Außerdem muss ich wieder da hinkommen, wo ich in der A-Jugend aufgehört habe und mich voll aufs Spiel konzentrieren. Ich brenne vor jedem Spiel, vor allem auf dem Rehlberg, wenn viele Zuschauer kommen, ist man besonders heiß. Deshalb ein großes Lob an die Spieler der 3.Herren, die auch bei weiten Auswärtsfahrten z.B. in Osterfeine mächtig Stimmung machen.

V: Welche Ziele hast Du Dir persönlich und mit der Viktoria gesetzt?


J.H.: In der Liga ist das schwer zu sagen, bei solchen Topvereinen. Jedoch denke ich, dass mir ein 4. Platz nicht schaden würde. Aber wenn ich überlege, wie viel Potential in der Mannschaft steckt, denke ich da ist mehr drin. Und im Pokal sind wir immerhin auch noch vertreten. Da ist es nicht so schön sofort rauszufliegen, wenn man schon so weit gekommen ist. Mein Ziel ist erst mal das Halbfinale und was dann kommt...lassen wir uns überraschen.

V: Was in den ersten Partien auch deutlich wurde: die ehemaligen Jugendspieler treten trotz ihrer Fähigkeiten mit wechselhaften Leistungen auf. Wodurch lassen sich diese Leistungsschwankungen zurückführen?


J.H.: Abgesehen von Tardeli, der leider für längere Zeit verletzungsbedingt pausieren muss, sind wir Jugendspieler immer geil darauf zu spielen. Läuft es mal nicht so wie geplant, steckt man leicht den Kopf in den Sand. Trotzdem denke ich, dass es nicht nur bei den Jugendspielern Formschwankungen gibt. Das ist der Vorteil an einer so ausgeglichen starken Mannschaft. Hat mal einer einen schlechten Tag, kann der nächste sofort rein, ohne das es auffällt, dass dieser schlechter in seinen Fähgkeiten ist.

V: Du hast in der Jugend bei allen großen Jugendvereinen gespielt. Wo war es am lehrreichsten?


J.H.: Das Fußballspielen hab ich in Belm gelernt. Als die Jugendarbeit dort den Bach runter ging, bin ich zu Rasensport Osnabrück gewechselt, wo einer der härtesten Jugendtrainer Osnabrücks zu Hause ist. 3 Jahre später, in der B-Jugend, hat mich Manni Plagemann auf die Hütte geholt.
Auf die Frage zurück zu kommen...ich glaube bei allen Vereinen. Ich hatte einen sehr guten Trainer bei Belm, der mir alles gezeigt hat, was ich fürs Fußballspielen brauche. Bei Raspo wurde ich konditionell und läuferisch sehr stark. Bei Hütte kam dann das taktische Verhalten und die Schnelligkeit dazu...natürlich auch das Feiern nach einem gewonnen Spiel.

V: Wer Dich kennt, weiß, dass Du nicht an mangelndem Selbstvertrauen fehlt. Was zeichnet Dich fussballerisch aus?


J.H.: Ich denke, dass ich läuferisch-, konditionell- und sprintstark bin. Auch im Abschluss bin ich nicht mehr der Chancentod wie früher. Im technischen Bereich haderts noch ein bisschen. Aber ich bin sicher, dass ich das auch noch lernen werde. ;)

V: Über die Schwächen reden wir angesichts des Gegners nicht, wir wollen schließlich keine Tipps geben :) . In der letzten Woche bist Du mit der Härte im Bezirksligaalltag konfrontiert worden - erst Hagen, dann der Norden mit Osterfeine und Merzen. Was erwartest Du vom Duell mit Kalkriese?


J.H.: Wer Kloster Oesede 6:1 wegputzt, man bedenke die hatten noch kein Gegentor, der soll schon was auf dem Kasten haben. Jedoch wird das diesmal nicht so einfach sein. Wer auf den Rehlberg kommt, muss sich auf eine konzentrierte und agressive Hüttermannschaft einstellen. Wir werden auf jeden Fall alles daran setzten das Spiel zu gewinnen und nicht nochmal so einfach die Punkte wie gegen Hagen liegen lassen.

V: Wie kommst Du eigentlich zu Deinem Auto? So ein Schlitten ist eher ungewöhnlich für einen jungen Spieler...?


J.H.: Die gute alte Mercedes E-Klasse von 1991 oder wie Manschaftsintern gesagt wird: "Der Leichenwagen". Da unsere Familie nur einen Wagen hat, meine Eltern jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und wir keinen Anlass haben, trotz der Abwrackprämie, uns ein neues Auto anzuschaffen, bleibt dieser in unserem Besitz.
Hauptsache er fährt ... und das tut er gut.

V: Dein Vater war auch aktiver Fußballer, ist Zuschauer bei Deinen Spielen. Welche Rolle spielt er im Fußball für Dich?


J.H.: Mein Vater spielt nicht nur im Fußball eine bedeutende Rolle für mich. Er ist sozusagen wie ein bester Freund, mit dem gemütlich Samstagabends Sportschau guckt und dabei ein schönes Hefeweizen trinkt. Gleichzeitg ist er ein großes Vorbild für mich. Ich kann ihm auch nichts vorwerfen, da er früher selber bei VfL Osnabrück in der 2.Liga gespielt hat. Außerdem habe ich von ihm viel gelernt. Wahrscheinlich auch daher das manchmal übermotivierte Verhalten. Ich freue mich jedes Mal wenn bei einem Spiel von uns dabei ist.

V: Bleibt uns nur, Dir alles guten für das Spiel am Sonntag zu wünschen. Bleib gesund, alles weitere kommt dann von selbst!

 

J.H.: Gut gesagt :)   Danke schön

 

Das  Interview führte Andreas Schüttpelz

 

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