Sa

12

Sep

2009

In Rieste mit blauem Auge davon gekommen

3:2 (0:2) – ein erwartungsgemäßer Ausgang, jedoch boten die neunzig Minuten einiges mehr an Dramatik als es die blanken Zahlen ausdrücken. Die Viktoria musste sich mächtig strecken, um als Sieger den Platz zu verlassen, welchen Trainer Michael Wirtz 4 Jahre lang für sein Traineramt beim SC Rieste verwendete. Die Umstände, unter denen dieser Sieg zu Stande gekommen ist, sind indes als glücklich zu bezeichnen. Dies schadete jedoch eher den Nerven als der Freude, denn das Team machte seinem Übungsleiter das passende Geschenk, da er Tags zuvor seinen Geburtstag feierte.

Dass die Hausherren die ersten Punkte „auf Lage“ behalten wollten, bekam Mengeler schon in der 3. Minute zu spüren. Dauny stellte sich mit seinem kräftigen Körper derart in den Laufweg des spurtenden Mittelfeldakteurs, dass er sich fühlen musste wie beim Crashtest ohne Anschnallgurt. Zum Glück kam er mit dem Schrecken davon. Kurz darauf hätte der Gast in Front gehen können, als Führing ein schöner Pass in die Tiefe auf Hötzel gelang. Da dieser nicht zielstrebig genug war, prallte der Ball Börger vor die Füße,  der aus 5m leider nur den Torwart anschoss. Wer nun glaubte, ein Auswärtssieg würde zur Formsache, irrte gewaltig. Nach einer harmlosen Gelwer-Ecke pflückte der Torwart den Ball herunter und prügelte das Leder sofort nach vorn. Hier lauerte Barkau, der von Mengeler und Lindemann bewacht wurde – scheinbar! Der Ball gewann immens an Länge und die beiden GMHütter konnten sich nicht zu einem energischen Eingreifen durchringen. Der Ball prallte einmal auf den Boden, Barkau köpfte aus 16m über den herausgekommenen Brüggemann ins leere Tor zum 1:0. Von diesem Schock erholte sich das junge Team lange Zeit nicht. Viele Querpässe, kein Mut im Zweikampf und Bewegungsarmut machten es den rustikalen Riestern einfach. In der 32. Minute setzte M. Walter mit einem frechen Freistoß aus 25m in den Torwinkel noch einen drauf. Dass Hötzel bei einer Großchance nur die Latte traf und der Nachschuss von Wörmann daneben ging, war symptomatisch. Fast wäre es noch schlimmer geworden, als Brüggemann eine flatternde Flanke unbeholfen an die Latte lenken konnte.

Mit großem Frust schlich das junge Team in die Kabine. Das beruflich- und krankheitsbedingte Fehlen der Routiniers Alarslan, Peter und Andreas Schüttpelz war unübersehbar, reicht aber als Erklärung für die saftlose Vorstellung in Halbzeit eins nicht aus. Wirtz brachte Engel und Brüning-Wolter, um mehr Leben ins Team zu bringen. Seine Wechsel zahlten sich aus – Engel vergab bereits in der 46.Minute knapp den Anschluss und Brüning-Wolter schoss nach einer Ecke über das Tor. Nun war die Viktoria da, weil Wörmann und Gelwer endlich läuferische und kämpferische Akzente setzen konnten. Nachdem Börger noch nach einer Flanke verpasste, machte es Führing besser, als er eine Hötzel-Flanke aus 4m ins Eck schob (68.). Nur fünf Minuten später gelang Alex Engel der Ausgleich mit einem tollen 18m-Schuß, den Hötzel passend vorlegte. Rieste blieb gefährlich, insbesondere durch Walter, der mit zwei fulminanten Schüssen (Latte, Brüggemann hält) fast wieder für Riester Jubel gesorgt hätte. So gelang Gausmann in der 83. Minute der nicht mehr für möglich gehaltene Siegtreffer mit einem tollen Schuss aus 20m in den Winkel.

Somit lieferte das Spiel wieder wichtige Erkenntnisse für die Zukunft. Kein Spiel wird in dieser Bezirksliga mit Leichtigkeit gewonnen. Nur wer bereit ist, seine körperlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, wird am Ende belohnt werden. Ferner war wahrzunehmen, dass es ohne erfahrene Kräfte schwer ist, auch spielerisch unterlegene Teams zu bezwingen. Dass es trotzdem gelang, ist die positive Erkenntnis dieses Abends. Eine 0:2-Situation hat das Team noch nicht erlebt. Die kämpferische Einstellung ist vorhanden und war letztlich ausschlaggebend für den Erfolg. Schon in der nächsten Woche gegen Bad Laer erwarten die Wirtz-Schützlinge das nächste Duell dieser Kategorie „Kampf ist Trumpf“. Schauen wir mal, wer dieses Prinzip schnell verinnerlicht hat. Bis Sonntag!

 

- Andreas Schüttpelz -

 

Bereits am Mittwoch findet um 18:30 Uhr das Pokalspiel gegen die Spvg. Gaste-Hasbergen statt.

Kommentare: 9(Diskussion geschlossen)

  • #1

    ente (Sonntag, 13 September 2009 01:19)

    "Fast wäre es noch schlimmer geworden, als Brüggemann eine flatternde Flanke unbeholfen an die Latte lenken konnte."

    Meiner Meinung nach können wir froh sein, dass wir inner 2. Halbzeit, wie auch inner 1. Halbzeit einen starken dane Brüggemann hatten, der das ein oder andere von diesen mistigen flatterdingern grade noch an die Latte gelenkt hat. Auch diese krumme Flanke in der 1. halbzeit, die hatte ne Flugbahn - unfassbar-! bin mir sicher, dass das teil bei dem großteil der keaper eingeschlagen hätte!

  • #2

    Baumi (Sonntag, 13 September 2009 20:11)

    ich wollte gerade sagen..wenn sich sogar bei der em torwärte beschwären das der "Em-Ball" nur am flattern ist, dafür hat dane das echt stark gemacht teilweise!!!
    solche fiesen dinger sind nicht leicht zu halten!

  • #3

    Dani (der Unbeholfene) (Sonntag, 13 September 2009 21:23)

    unbeholfen = ungeübt,tapsig, ungelenk, hilflos...(danke liebes Wörterbuch)
    ...und durch sowas soll man als junger Spieler Selbstvertrauen auf dem Platz gewinnen? Noch mehr zum Training kann ich ja nicht gehen, ich bin ja immer da...*lach*

  • #4

    ente (Sonntag, 13 September 2009 23:00)

    ja lassen wir mal die kirche im dorf! ich denke so wird das von andreas schon nicht gemeint gewesen sein!

  • #5

    Werner (Sonntag, 13 September 2009 23:08)

    Ich denke nicht jedes Wörtchen eines Verfassers sollte man auf die Goldwaage legen.
    Es ist zwar sehr lobenswert das alle jungen Spieler den Dane in Schutz nehmen - aber die ein oder andere Situation war in Rieste schon sehr brenzlig und der TW sah nicht immer souverän aus. Aber es war auch das erste Punktspiel für Ihn wenn ich es richtig sehe. Zudem bei dem schlechten Flutlicht. DA sind sogar meine Kontaktlinsen rausgesprungen.
    Auch damals in der Jugend hat er sich langsam zum Klassemann gesteigert. Frag mal in Kiel nach , die Stürmer haben heute noch Albträume.

    Aber wie immer zählt : Alle gewinnen bzw. verlieren gemeinsan und nicht der Einzelne

    Gewonnen - 3 Points - Fehler aufarbeiten - weiter SO

    Werner Eiskalt

  • #6

    Ulli (Montag, 14 September 2009 18:45)

    wäre sehr schade, wenn die Harmonie in der Truppe durch solche Kleinigkeiten kaputt zu kriegen wäre! Wichtig, daß die jungen Spieler Geduld mitbringen. Ihr werdet von Micky ganz toll aufgebaut und im Verlauf der Saison sicher immer wertvoller werden.

  • #7

    Rene (Montag, 14 September 2009 21:15)

    Ich schreib ja nicht oft in so n forum hier rein aber ich finde wir sollten uns über die punkte freuen und nicht über einen bericht reden... wichtig is meiner ansicht nach, dass wir als team das spiel umgebogen haben und das man gesehen hat wie sich auch ein junges team zusammenreißen kann und schwierige situationen meistern kann!!! Gerade in Rieste war man von Zuschauerseite sehr beeindruckt von der zweiten halbzeit, in der alle Moral bewiesen haben und sich so den Sieg verdeint haben. Ob jung oder alt spielt keine Rolle. Jeder is gleichwertig im Team und was bei den alten Jungen die Erfahrung macht, ist bei den Youngstern die Unbekmmertheit. lg rene

  • #8

    Rudi (Montag, 14 September 2009 22:34)

    Komischerweise wird bei Dane sofort in Berichten das Negative hervorgehoben, was jedoch bei Peter nicht der Fall ist. Ich erinnere z.B. an das Tor in Merzen. Von daher kann ich verstehen wenn Dane geknickt ist, denn schlechtes liest man sonst von anderen Spielern im Prinzip überhaupt nicht.
    Dennoch Kopf hoch Dane, du packst das!!

    MfG Rudi

  • #9

    Roger (Montag, 14 September 2009 22:41)

    Wir sollten die "Diskussion" nun an dieser Stelle beendet und wie der ein oder andere Vorredner schon erwähnt hat, das Wesentliche in den Vordergrund stellen: Das Fußballspielen!

    Lasst uns doch einfach froh sein, daß unsere Mannschaft als Aufsteiger bisher noch ungeschlagen ist und im oberen Tabellendrittel mitspielt. So schlecht können die Leistungen also nicht gewesen sein. Jeder macht in 90 Minuten mal einen Fehler und in einem - trotz Auswärtssieg - durchaus selbstkritischen Spielbericht sollte nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden.