Di
06
Okt
2009
Im Interview: Andreas Schüttpelz
Nachdem nun alle Neuzugänge des aktuellen Kaders der ersten Herren der Öffentlichkeit präsentiert wurden, sprach die Redaktion mit dem Mannschaftskapitän der Mannschaft, Andreas
Schüttpelz. Er äußert sich zur sportliche Situation und den kommenden Wochen. Zudem verrät er, weshalb er in letzter Zeit die Mannschaft immer an der Außenlinie unterstützt hat.
Viktoria: Hallo Andreas! Wie ist die Lage? Zurzeit könnt Ihr doch gut zufrieden sein mit dem bisherigen Saisonverlauf, oder?
Andreas: Das stimmt. Wenn vor der Saison jemand behauptet hätte, dass wir im Halbfinale des Bezirkspokals stehen würden und in der Liga unter den ersten 5, dann wären alle
einverstanden gewesen. Da wir aus dem letzten Jahr noch sehr erfolgsverwöhnt sind, muss man uns von Zeit zu Zeit immer wieder daran erinnern, was wir bisher geleistet haben.
Viktoria: Dieser Punkt ist übrigens sehr interessant. Bisweilen ist zu beobachten, dass ihr auch nach Siegen sehr kritisch miteinander umgeht. Wie ist das zu erklären?
Andreas: Wir haben einen relativ hohen Anspruch an uns, der bisweilen im Wege
steht. Das liegt vielleicht auch an dem großen Ehrgeiz, den wir alle in uns tragen. Trotzdem müssen wir lernen, öfter mal die Kirche im Dorf zu lassen und uns auch nach Siegen richtig zu freuen und
nach Niederlagen nicht alles in Frage zu stellen.
Viktoria: Welche Rolle haben da die älteren Mannschaftskollegen?*
Andreas: Da ich selber einer bin hoffe ich, nicht altklug zu wirken, aber es ist schon so, dass wir "Alte" schon viele Situationen erlebt haben. Wir versuchen dann, diese Erfahrungen
an die jungen Wilden weiterzugeben in der Hoffnung, dass sie davon profitieren. Dass sieht so aus, dass in hektischen Phasen Ruhe ausgestrahlt werden muss und von Zeit zu Zeit
auch mal Feuer gemacht werden muss. Aber alles bleibt bei der Sache und nicht persönlich. Denn wir pflegen besonders außerhalb des Rasens ein gutes Verhältnis und dass soll auch so bleiben!
Viktoria: Kurz zu Dir -- auf deinen vielen Stationen hast Du schon einiges erlebt. Was zeichnet für Dich die Zeit am Rehlberg aus?
Andreas: Zuerst mal hoffe ich, dass sie noch nicht vorbei ist und noch einige Zeit anhält. Michael Wirtz hat mich vor einem Jahr mit meinem Bruder motiviert, bei der Viktoria
anzuheuern. Ich bereue diesen Schritt zu keiner Zeit. Das Team ist charakterlich absolut meisterlich. Es gab in der ganzen Zeit keine zwischenmenschlichen Grabenkämpfe, wie ich sie leider auch schon
erleben musste. Und sportlich muss ich nicht viel sagen, denn in unserem Team kann jeder Fußball spielen, das ist fantastisch. Mit Micki Wirtz haben wir zudem einen Trainer, der aus meiner Sicht die
Sprache der Spieler spricht und einen tollen
menschlichen Umgang mit allen pflegt. Kurzum es passt gut.
Viktoria: Wie lange wirst Du denn noch die Schuhe schnüren?
Andreas: Welch indiskrete Frage... Nun, das werde ich oft gefragt, kann aber nur sagen, solange es noch Spaß macht und gesundheitlich geht, warum sollte ich aufhören? Außerdem ist es
mir wichtig, dass man der Mannschaft noch helfen kann. Und das muss der Trainer bewerten. Wie es also nächstes Jahr aussieht, ist sicher noch zu früh zu beurteilen.
Viktoria: Seit ein paar Wochen fehlte Dein Name allerdings auf dem Spielbericht.
Was ist los?
Andreas: Dumme Sache. Im Training vor dem Rieste-Spiel hab ich bei einem Sprint
ein Ziehen im Oberschenkel gehabt. Ich habe darauf sofort das Training abgebrochen. Eine Woche später wollte ich weitermachen, die leichten Schmerzen kamen jedoch sofort wieder. Es scheint eine
leichte Zerrung zu sein. Somit falle ich mindestens drei Wochen aus. Da ich in den nächsten beiden Wochen urlaubsbedingt ohnehin fehle, lasse ich mir nun gründlich
Zeit zum Auskurieren. Ich hoffe dann, i m Derby gegen Kloster Oesede wieder zur Verfügung zu stehen, denn tatenlos draußen zu stehen, liegt mir gar nicht! Trotzdem habe ich versucht, von außen dem
jungen Team mit Aufmunterung und taktischen Anweisungen zu helfen. Besonders, als Michael Wirtz krankheitsbedingt fehlen musste.
Viktoria: Die nächsten Wochen haben es wirklich in sich. Jetzt Bersenbrück, dann kommt der Spitzenreiter Bersenbrück und dann das Derby gegen Kloster. Was erwartest Du in diesem
heißen Oktober?
Andreas: Nach unserer verdienten Niederlage gegen TuS Haste wartet auf uns nun
der nächste Ex-Club von mir. In Bersenbrück geht es immer richtig zur Sache und trotz Umbruch stehen sie wieder oben in der Tabelle. Ein heißes Pflaster also und wenn wir nicht voll dagegen halten,
kann man leicht untergehen. Leider kann ich nicht dabei sein, darum grüße ich auf diesem Weg das sympathische Bersenbrücker Publikum. Gegen Dodesheide
haben wir dann nichts zu verlieren. Sie sind als Aufsteiger perfekt gestartet. Das Team ist spielerisch stark und mit etlichen erfahrenen Größen gespickt. Es wird auch hier 100% Leistung erforderlich
sein, um die Punkte endlich wieder am Rehlberg zu behalten. In Kloster kann dann wieder alles passieren, denn Derbys folgen selten den normalen Gesetzen
des Liga-Alltags. Kloster ist vielleicht momentan etwas angeschlagen aufgrund der internen Querelen.
Viktoria: Du stehst ja nicht nur auf dem Platz, sondern unterstützt die Viktoria auch mit interessanten Berichten und Interviews auf der vereinseigenen Homepage. Wie bist Du dazu
gekommen?
Andreas: Ich habe schon früher in Bersenbrück an der Gestaltung des Stadionheftes
mitgewirkt. Mir macht das Schreiben von Texten mit sportlichem Inhalt sehr viel Spaß. Mir ist dabei wichtig, möglichst objektiv und nicht nur durch die eigene "schwarz-weiße"-Brille zu berichten. Die
positiven Bemerkungen von Lesern zeigen, dass das meistens ganz gut ankommt. Es ist aber oft nur eine Meinung und darf somit von jedem auch gern anders
gesehen werden.
Viktoria: Zum Abschluss: Was traust Du Euch in diesem Jahr alles noch zu?
Andreas: Das ist schwer zu sagen. Dass die Bäume für uns nicht in den Himmel wachsen, hat mittlerweile wohl jeder gemerkt. Die Bezirksliga ist einfach sehr ausgeglichen und da
entscheidet oft die Tagesform über den Ausgang eines Spiels. Dass wir jeden Gegner grundsätzlich schlagen können, haben wir im Pokal und in der Liga bewiesen. Aber ich befürchte, uns wird über die
ganze Saison die Konstanz fehlen, um richtig im Konzert um den Aufstieg mitzuspielen. Hier müssen wir dann doch Geduld mit den talentierten "Youngster" haben, die sich gerade erst an die raue Luft im
Seniorenbereich gewöhnen. Sie werden es aber bald mit konstant guten Leistungen zurückzahlen, denn sie haben fußballerisch einfach ne Menge drauf. Aufstieg war auch nie unser Saisonziel, sondern das
Etablieren als Aufsteiger in der vorderen Tabellenregion.
Viktoria: Käpt'n, danke für das interessante Gespräch zur Lage der ersten Herren.
Wir wünschen Dir, dass Du bald wieder gesund bist und wieder spielen kannst. Für das Duell in Bersenbrück wünschen wir dem Team viel Erfolg und drei Punkte!




