Mo
30
Nov
2009
GMHütte siegt mit 7:1 beim Elfmeterfestival im Zwinger
Das Stadtderby zwischen GMHütte und BSV Holzhausen endete mit 7:1(3:1). Dabei erlaubte der stark ersatzgeschwächte Gast den Schwarz-Weißen den bislang höchsten Saisonsieg, der jedoch kurz vor Beginn der Halbzeit am seidenen Faden hing. Wirft man allerdings alle Ereignisse dieser bunten neunzig Minuten in die Waagschale, so ist der Erfolg als verdient zu werten.
GMHütte startete furios. Mit dem ersten Angriff erreichte man einen Eckball, den Gausmann per Kopf mit Wucht im Tor unterbrachte (1.). Diese Führung sorgte für Sicherheit,
die jedoch nicht zu mehr zündenden Ideen im Spiel der Viktoria führte. Es mangelte an der Bereitschaft, Anspieloptionen zu schaffen. So waren viele Aktionen eher lang und schmutzig denn schön und
durchdacht. Erst ein schöner Angriff über links nach einer halben Stunde ließ das Barometer steigen. Baumann drang in den Strafraum, der körperliche Verteidigungsversuch
veranlasste den Schiedsrichter folgerichtig zum Elfmeterpfiff. Ackermann schoss nach links, der Keeper war dran, konnte den Ball aber nur in den Giebel verlängern. Nun war
das Spiel der Viktoria wieder belebter. In der 40. Minute ein schöner Angriff über rechts, der Alarslan in Schußposition brachte. Er hämmerte den Ball links unten in die Maschen.
In den nächsten zwei Minuten ereigneten sich zwei diskussionswürdige Szenen: Zunächst foulte Hehemann seinen Gegenspieler an der Strafraumgrenze, woraufhin der überraschende
Elfmeterpfiff ertönte. Bergmann verwandelte eiskalt zum 1:3. Nur eine Minute später landete ein Befreiungsversuch von Brüning-Wolter direkt vor den Füßen eines Holzhausers, der
erneut im Kampf mit Hehemann zu Boden ging. Nochmal Elfmeter, nochmal Bergmann, doch diesmal hielt Brüggemann den Schuss prächtig und sein Team im Spiel. Wer
weiß, was sonst passiert wäre…
In der zweiten Hälfte überließ die junge Viktoria den blauen Holzhausern komplett das Spiel. Die Bälle wurden schnell verloren, lange Bälle landeten unüberlegt im Aus. Der BSV konnte hingegen mit
der Überlegenheit nur wenig Zählbares anfangen. So war es ein Black Out von Engberding in der 77. Minute, der das Spiel entschied. Ein Kopfball von Alarslan senkte sich Richtung
Torwinkel als plötzlich die Hand des Verteidigers nach oben schnellte und den Ball ablenkte. Unübersehbar für alle und mit harten Konsequenzen – Rot für Engberding, Ackermann
trifft trocken zum 4:1. Nun war die Bahn frei, da der Gast konsterniert war. Mengeler bringt nach Konter die Flanke von links herein, Gausmann schiebt überlegt
rechts unten ein (80.). Ein harmloser Freistoß von Ackermann aus 35m segelte in Zeitlupe Richtung Winkel. Die Absicht, den Ball sicher zu fangen, unterstrich der Torwart mit den
Worten „Leo!“. Mitnichten – er hatte schlecht gewachst und ließ den Allerweltsball ins Netz durchrutschen (84.). Eine Kostprobe schnellen Konterspiels gab es schließlich in der 87. Minute.
Schüttpelz fing eine König-Hereingabe am Strafraum ab und passte schnell zum eingewechselten Engel. Dieser schickte Baumann auf der rechten
Seite auf die Reise. Am Strafraum angekommen flankte er überlegt in die Mitte, wo Hötzel nur noch den Fuß hinhielt zum 7:1 Endstand.
Die Holzhauser gratulierten geknickt zum Sieg, der sicher ein wenig zu hoch ausgefallen ist, denn die Tore ermöglichte der Gast in der Schlussphase durch fehlende Kampfkraft. Die
Verletzungsmisere war über die 90 Minuten deutlich zu spüren. Das soll die Leistung der Viktoria nicht schmälern, denn auch sieben Tore wollen erst einmal geschossen sein. Die absoluten
Lichtblicke waren der aufmerksame Brüning-Wolter sowie Keeper Brüggemann, der durch seine Elfmeter-Parade Schlimmeres verhindern konnte. In der nächsten Woche
reist die Rehlberg-Elf zum Nachbarn nach Hagen, wo es sicherlich noch einige Fragen aus dem Hinspiel zu beantworten gibt, als man recht farblos dem Gast ein Remis gestattete. Vielleicht ergibt
sich dort eine große Kulisse zum wahrscheinlich letzten Auftritt in diesem Jahr. Bis dahin…
- Andreas Schüttpelz -




