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09

Jun

2010

Der Käpt'n hat das letzte Wort - Bilanz der Ersten

Käpt'n Andreas Schüttpelz Käpt'n Andreas Schüttpelz

Die Bezirksliga hat ihre Pforten geschlossen – ein kurzer Rückblick auf das letzte halbe Jahr soll dafür entschädigen, dass in der Rückrunde die Berichterstattung aus den Reihen der ersten Mannschaft etwas zu kurz gekommen ist. Diese liegt aber einzig an der außergewöhnlich hohen beruflichen Belastung des Autors, und nicht an den fehlenden Erfolgsmeldungen. Ein unterhaltsamer Weg durch die letzten Monate soll allen nochmal die Höhen und Tiefen der Rückrunde vor Augen führen.

 

Nachdem man mit 30 Punkten als 3. In die Winterpause gegangen ist, wurde das Saisonziel neu formuliert. Aus der Prämisse, unter den ersten 5 landen zu wollen, wurde das Geheimziel Meisterschaft ausgegeben. Im Rückblick realistisch anhand der Tabellensituation, allerdings unrealistisch in der Einschätzung des Leistungsvermögens des jungen Kaders. Denn fortan fehlte bei den Auftritten der Viktoria häufig die Unbekümmertheit und Lockerheit, mit der man so oft in der Hinrunde begeistern konnte. Zudem sorgten die schlechten Verhältnisse in der Wintervorbereitung für einen mäßigen Fitnesszustand im Team, der noch in der Hinrunde Garant für viele Erfolge war.

Der Auftaktsieg gegen den SC Rieste täuschte über die bereits vorhandenen Risse im Fundament hinweg. Der Gegner steckte offenbar noch im Winterschlaf und schlug sich förmlich selbst. Bereits in Bad Laer musste man erkennen, dass das junge Team nervlich nicht in der Lage ist, technisch schwächere, aber kämpferisch gute Teams niederzuringen. So wurde unnötig ein 2:0 verspielt. Eine Woche darauf wurde der SV 16 in einem guten Spiel mit 4:0 abgefertigt und man wähnte sich wieder auf Kurs. Das folgende Osterwochenende zerstörte dann indes alle Träume der Viktoria. Im Heimspiel gegen Merzen lieferte das personell angeschlagene Team eins seiner besten Spiele ab, man scheiterte letztlich am Unvermögen, ein Tor zu erzielen sowie an einer zweifelhaften Schiedsrichterentscheidung, als ein korrektes Tor wegen Abseits nicht gewertet wurde. Vielmehr sorgte ein individueller Fehler dafür, dass die Merzener Löwen quasi ohne Torchance zu einem Dreier auf dem Rehlberg kamen. Nur 48h später fährt man zum Pokalhalbfinale nach Lohne. In einem denkwürdigen Spiel wurde das Team von Michael Wirtz trotz 1:0 Führung an seine Grenzen geführt und mit 5:1 förmlich demontiert. Besonders bedauerlich war der fehlende körperliche Einsatz um dieses Highlight für sich entscheiden zu können.

Dieses Spiel hinterließ fortan Spuren.  Man spürte, dass in dieser Phase einige der hoffnungsvollen Talente ihre gute Form aus der Hinrunde eingebüßt haben. Das lag zum einen an der Tatsache, dass man sich gedanklich mit möglichen anderen Vereinen auseinandersetzte und die Konzentration für die eigene Sache abhandenkam. Zudem verschliss die verletzungsbedingt dünne Personaldecke mehr Kräfte, als mancher glauben möchte. Und nicht zuletzt trugen nun die zerplatzten Saisonziele zu einem Leistungsabschwung in allen Mannschaftsteilen bei. Es folgten in den nächsten Wochen enorme Leistungsschwankungen, wie sie bei jungen Teams durchaus üblich sind. Einem 0:0 folgte die 3:6 Klatsche in Lüstringen. Diese wurde mit einem gutem 4:2 gegen Bersenbrück beantwortet. Leider verletzte sich in diesem Spiel Peter Schüttpelz so schwer, dass diese Begegnung als das Ende seiner Karriere in die Annalen eingehen wird. Die Reihe der Enttäuschungen setzte sich dann mit dem 0:2 beim Meister in Dodesheide sowie den vermeidbaren Heimpleiten gegen Kloster Oesede (1:3) und Absteiger Gesmold (1:2) fort. Eine derartige Negativserie hatte es seit über zwei Jahren nicht mehr am Rehlberg gegeben!

Erst in Quakenbrück fand das Team wieder in die Spur zurück. Das gute 1:1 ist eigentlich als Sieg zu werten, hatte man die Begegnung doch 90 Minuten unter Kontrolle und vergaß nur das Toreschießen. Das gleiche Bild gab es in Kalkriese, wo eine durchschnittliche Leistung zu einem 4:0 Erfolg reichte. Das Abschlussspiel gegen den Titelaspiranten Lüstringen bot über 90 Minuten taktisch ansprechenden Fußball, den die Viktoria siegreich hätte beenden müssen. Wieder ist man über die Abschlussschwäche gestolpert. Das Spiel war jedoch Mut machend für die kommende Saison!

Am Ende muss man festhalten, dass dem Team die Konstanz und die Leistungsfähigkeit fehlte, um im Konzert der Großen mitspielen zu können. Die Statistik zeigt: keines der ersten 5 Teams konnte geschlagen werden. Außerdem waren die Tore ungleich verteilt. Man schoss zwar gegen Rieste, SV 16, Kalkriese sowie Holzhausen 40 Tore heraus, die übrigen 35 verteilen sich aber auf 22 weitere Spiele. Die Defensivabteilung war überdies anfällig. 45 Tore sind Beleg dafür. Viele vermeidbare Treffer, die aus Unachtsamkeit resultierten, gehen auf das Konto von jugendlicher Unerfahrenheit. Diese Tatsache ist aber normal und nicht als negativ zu werten, wichtig ist, dass die gewonnenen Erfahrungen zur Weiterentwicklung in der kommenden Saison dienen.

 

Danken möchte ich an dieser Stelle dem Vorstand für das entgegengebrachte Vertrauen auch in den schlechten Phasen der Saison. Außerdem gilt der Dank dem Trainer Michael Wirtz, der in den letzten zwei Jahren immerhin 10 A-Jugendlich an die Bezirksliga herangeführt hat. Nun besteht die Aufgabe darin, mit diesem Potential zu einem ernsthaften Aspiranten zu reifen.

Sportlich werden die Grundlagen derzeit gebildet. Mit Ingo Menkhaus (BSV Holzhausen), Florian Rybak (SC Quakenbrück), Thorsten Heemesath (2. Herren) sowie Marko Zachmann (FC Bissendorf) gibt es bereits 4 Neuzugänge. Bedauert werden die Abgänge von D. Mengeler (Studium), P. Schüttpelz (Karriereende), H. Lindemann (2.Herren) sowie M. Marquardt (berufl.).

 

Wir werden sehen, wohin der Weg der Viktoria im nächsten Jahr führen wird. Am letzen Wochenende weilte die Truppe zum Auswärtspiel in Cala Ratjada. Nach der Auszeit, ist im nächsten Jahr wieder mit der Viktoria zu rechnen! Außerdem werden alle wieder mit informativer Berichterstattung rund um die Erste versorgt – versprochen!

 

Bericht von Andreas Schüttpelz

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