So

08

Aug

2010

Auftaktsieg mit vielen Schwächen – Viktoria 2:1 gegen Hasbergen

Hasbergen arg gebeutelt – Menkhaus Debut gelingt – Viel Arbeit für Wirtz

 

Mühevoll quälte sich die heimische Viktoria zum 2:1 Sieg gegen Gaste-Hasbergen, die bereits im Vorjahr als Auftaktgegner zum Rehlberg anreisten. Das favorisierte Team von Michael Wirtz konnte hingegen zu keiner Zeit der Begegnung den Zuschauern demonstrieren, dass der Pokalsieg gegen Kloster Oesede keine Eintagsfliege darstellte. Es bleibt das Gefühl eines schmeichelhaften Sieges, dessen Wert sich in den nächsten Wochen zeigen wird…

Enttäuscht schlichen die Spieler von Michael Lorenz vom Platz, während die Viktoria-Youngsters sich zur Jubeltraube auf der Spielfeldmitte trafen. Soeben wurde die Auftaktpartie zur Bezirksliga abgepfiffen und unterschiedlicher konnten die Gefühlslagen wohl kaum sein. „Da ist es egal, dass man vier Wochen auf diesen Moment hinarbeitet, aber wir haben uns einfach zu wenig zugetraut“, musste Gäste-Trainer Lorenz seiner Mannschaft ein mutloses Zeugnis ausstellen. Dabei täuscht der Eindruck über den Spielverlauf hinweg, denn über weite Strecken der Partie bestimmte Hasbergen den Takt. Nach einer wenig aufregenden Anfangsphase, in der Menkhaus mit einem Abseitstor geringfügig für Stimmung sorgte, brachte sich der Favorit selbst in Bedrängnis. Der unsichere Flethe schlug am Ball vorbei, so dass Schulte freie Bahn Richtung Tor hatte. Er spitzelte den Ball geschickt am heraus eilenden Zachmann vorbei ins Netz zum 0:1 (17.). Bereits in der 24. Minute hätte der Gast auf 0:2 erhöhen können, denn zunächst traf Ulrich einen Volleyschuß nicht richtig und bei der anschließenden Ecke forderten die Hasberger infolge einer Konfusion energisch einen Handelfmeter. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb indes stumm. Erst in der 27. Minute gelang der Viktoria der erste durchdachte Angriff, bei dem Menkhaus klug auf Alarslan ablegte, dieser jedoch in Hörmeyer seinen Meister fand.
Aus dem Nichts fiel dann der Rehlberg-Elf der Ausgleich in den Schoß. Eine hohe Flanke führte Menkhaus und Gaste-Keeper Hörmeyer 13m vor dem Tor zusammen. Beide prallten aneinander, der Ball trudelte ins Tor, und der Schiri pfiff Strafstoß! Alarslan hatte mit seinem Versuch zum Ausgleich keine Probleme und es hieß fortan 1:1. Kurz darauf brachte Flethe mit einem Stellungsfehler Brüning-Wolter in Not, der sich gegen Schulte nur mit einem Foul zu helfen wusste. Der Gaste-Stürmer fiel so unglücklich, dass er mit ausgekugelter Schulte ausgewechselt werden musste. Lorenz musste nun schon den zweiten Spieler aus der Not wechseln, da bereits nach sechs Minuten Erlenbusch durch einen Ellbogen-Check eine Platzwunde am Kopf davon trug. Kurz vor der Pause hatte Menkhaus die Riesenchance auf dem Fuß, aber er legte quer anstatt zu schießen, wo seine Kollegen im Abseits warteten, den Ball sogar noch am Tor vorbei schossen.


Im zweiten Durchgang bot sich dasselbe Bild - GMHütte mühte sich, aber Spielfluß bewiesen die Gäste. Die mittlerweise ruppige Partie fand weitere negative Höhepunkte als sich Baumann, Wörmann und Alarslan Gelb abholten. In der 67. Minute stand wieder der Zufall Pate, als Wörmann eine unglückliche Kopfballverlängerung eines Hasbergers vor die Füße bekam. Mit links erzielte er aus 7m das 2:1 für die Heimmannschaft. In der Schlussphase dominierte weiter der Gast, da Hütte in der Defensive anfällig agierte und die Konsequenz im Offensiv-Vortag vermissen ließ. „Wenig Laufbereitschaft und keine Aggressivität in den Zweikämpfen“ stellte Coach Micky Wirtz in vielen Situationen entnervt fest. Die dickste Chance auf den Ausgleich hatte ausgerechnet der kleine Augustin, als er eine Flanke von Gröne nicht entscheidend drücken konnte und der Ball über die Querlatte flog. Somit nahm die Partie denselben Ausgang wie exakt vor einem Jahr, als GMHütte ebenso glücklich die Punkte auf dem Rehlberg behalten konnte.

 

Es wartet noch eine Menge Arbeit, wenn sich die junge Truppe wie im Vorjahr in der Spitzengruppe etablieren will. Ein Selbstläufer wird es in jedem Falle nicht. Währens das Pokalspiel in Kloster eigentlich eher ein Trainingspiel war, deutete diese Partie an, welch unangenehme Aufgaben auch dieses Jahr in der Bezirksliga auf die Schwarz-Weißen warten. Ohne eine deutliche Verbesserung in Bezug auf Laufvermögen, Spielfreude und Zweikampfverhalten, wird es schwer werden, sich gegen einen Großteil der Teams durchzusetzen. Möglich, dass dieser Warmschuß zur rechten Zeit kommt. In der nächsten Woche reist BW Hollage zum Rehlberg, um im Pokal seine Visitenkarte abzugeben. Eine Gelegenheit für die derzeitige B-Elf, sich für kommende Ligaaufgaben zu empfehlen

 

Statistik:
GMHütte: Zachmann; Baumann (verletzt, ab 55. Symanzik), Flethe, Brüning-Wolter, Hehemann; Wörmann, Gelwer (ab 33. Minute Gausmann), Alarslan, Rybak; Börger (ab 65. Minute Malungu), Menkhaus.

Gaste-Hasbergen: Hörmeyer; Siemoneit, Gnida, Otte, Kaiser; Gröne, Ennen, Erlenbusch (verletzt, ab 6. Lüssing), Augustin; Ulrich (verletzt, ab 70. Mora), Schulte (verletzt, ab 37. Sürkamp).

 

Tore: 0:1 Schulte (17.); 1:1 Alarslan (35., FE); 2:1 Wörmann (67.).

 

Gelbe Karten: Brüning-Wolter, Baumann, Wörmann, Alarslan - - Hörmeyer, Mora

 

Spielwertung: mäßig

 

- Andreas Schüttpelz -